Unser heissgeliebtes Topfbrot, ganz ohne Kneten

Endlich schaffe ich es, das Rezept für unser heissgeliebtes Topfbrot online zu stellen. Es muss nicht geknetet werden, der Teig hält sich ein paar Tage im Kühlschrank und es ist unbeschreiblich lecker. Durch das Backen im gusseisernen Topf wird die Rinde knusprig und das Innenleben weich und fluffig. Ein Stück lauwarmes Topfbrot mit etwas gesalzener Butter oder Trüffel-Öl und ich bin im Himmel!

Du brauchst für den Teig  ein grosses, verschliessbares Gefäss (ich habe ein 10 Liter Plastikbehälter mit Deckel (das reicht auch für die doppelte Menge Teig), und zum Backen einen gusseisernen Topf und hitzebeständiges Backpapier. Unbedingt prüfen, ob auch der Deckel und die Henkel des Tops sowie das Backpapier 220°-240° vertragen. Ich habe zu meinem 30. Geburtstag einen Topf von LeCreuset* bekommen und seither ist er im Dauereinsatz. Mein Topf hat einen Durchmesser von 28cm – es sollte meiner Meinung nach aber auch ein Topf mit 22cm Durchmesser ausreichen.

Topfbrot ohne Kneten

Zutaten für das Topfbrot

  • 900g Mehl (ich bevorzuge eine Mischung aus Weissmehl und Ruchmehl)
  • 8g-18g Hefe
  • 3 TL Salz
  • 700ml lauwarmes Wasser (nicht über 40°, sonst leidet die Hefe)

Je nach dem, ob ihr das Brot noch am selben Tag oder erst am nächsten Tag backen wollt, variiert die Menge der Hefe. Wenn ihr 24 Stunden Zeit habt zum „gehen lassen“, dann nehmt 8g Hefe. Wenn ihr den Teig nach 2 Stunden backen wollt, nehmt ihr 18g Hefe. Je weniger Hefe, desto verträglicher (und feiner) wird das Brot.

Und so wird der Teig für das Topfbrot gemacht

Zuerst die Hefe im lauwarmen Wasser auflösen (max. 40°), dann das Mehl zusammen mit dem Salz in das Gefäss (Plastikbehälter) geben und gut mischen. Danach das Hefewasser dazugiessen und kurz alles zusammen verrühren. Achte dabei darauf, dass sich keine Mehlnester in den Ecken bilden. Ich vermische zuerst alles mit einem Löffel, dann mische ich das übrige Mehl noch mit der Hand unter. Das Ganze wird etwas klebrig und mit Sicherheit nicht ganz glatt, aber das ist ok so.

Jetzt das Gefäss verschliessen und den Teig mindestens 2 Stunden bei Zimmertemperatur um das Doppelte aufgehen lassen. Danach kannst du ihn entweder sofort weiterverarbeiten oder du packst ihn in den Kühlschrank bis du ihn backen möchtet. Der Teig hält sich gut 5 Tage im Kühlschrank, er bekommt dann eine sauerteig-ähnliche Note, am besten einfach Mal ausppobieren.

Backanweisungen für das Topfbrot

Wenn du das Brot backen möchtest, stellst du den den Gusseisernen Topf (inkl. Deckel) leer in den Backofen und heizt diesen auf 240° auf. Sobald der Ofen heisst ist etwas Mehl auf die Teigoberfläche geben und den Teig vom Rand des Gefässes lösen. Danach lässt er sich schön herausziehen. Ich drehe den Teig dann zu einer Kugel ein, wenn er gerade so schön in der Luft hängt nach dem Herausziehen und platziere ihn dann auf einem Backpapier. Du kannst ihn aber auch einfach direkt auf das Backpapier plumpsen lassen. Er muss nicht perfekt rund sein, Ecken und Kanten gehören zu diesem Brot.

Alles was jetzt kommt, musst du unbedingt mit guten Topfhandschuhen machen. Der Teig muss jetzt mit dem Backpapier in den heissen Topf befördert werden. Also Topf raus, Deckel ab (stellt Topf und Deckel unbedingt auf eine hitzebetsändige Unterlage), Brot mit dem Backpaper rein, Deckel zu, Topf in den Ofen, Türe schliessen. Und die Temperatur auf 220° senken.

Ich backe mein Brot 35 Minuten mit Deckel und dann noch ca. 15 Minuten ohne Deckel. Je nach gewünschtem Bräunungsgrad.

Das Topfbrot passt perfekt zum Linsen-Chili mit Peperoni. Oder zu Suppen, Salaten, mit Konfi zum Früshtück oder einfach so. Weils einfach fantastisch schmeckt und zwar auch ein paar Tage nach dem Backen noch!

*Unbezahlte und unbeauftrage Werbung. Der Topf war ein Geschenk meiner Familie. Sollte mir LeCreuset in Zukunft Geschenke machen wollen, werde ich diese liebend gerne annehmen und entsprechend kennzeichnen =)

21 Gedanken zu „Unser heissgeliebtes Topfbrot, ganz ohne Kneten“

  1. Per Zufall bin ich auf dieses Rezept gestossen.. war skeptisch während der Zubereitung ob das was wird🤔😆 aber seit ich an diesem Tag das Brot aus dem Ofen geholt habe gibts das Brot jede Woche.. mind. 1 mal😋 suuuper einfach und suuuper lecker!! Ich danke Dir🙏🏼😊

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    • Das freut mich riesig, ganz herzlichen Dank! Und mir ging es tatsächlich ganz ähnlich beim ersten Backen – wir sind dem Brot aber mittlerweile auch seit Jahren verfallen =)

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  2. Hallo Patricia, möchte dein Brot heute backen. Aber das ist ziemlich viel und mich interessiert der Teig im Kühlschrank. Der soll ja Sauerteig mässig werden. Muss ich den im geschlossenen Behälter aufheben und wie geht es nachher weiter. Raus holen, wieder gehen lassen und dann backen?

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    • Hallo Gabi

      Entschuldige bitte, ich habe deinen Kommentar erst jetzt gelesen. Ich lasse den im geschlossenen Behälter im Kühlschrank gehen, heize den Ofen auf und sobald der heiss ist, nehme ich den Brotteig raus und gebe ihn auf dem Backpapier direkt in den Ofen. Ich hoffe, das hilft dir weiter.

      Herzlich
      Patricia

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  3. Dein Brot ist super toll geworden auch wenn ich während der Zubereitung beschlossen habe, die Menge des Mehls/Wassers zu halbieren, trotzdem die bereits in ein bisschen Wasser aufgelöste halbe frische Hefe verwendet habe und den Topf in Ermangelung einer Rolle Backpapier einölen musste.
    Großes Kompliment meiner 15-jährigen Tochter: „Schmeckt wie vom Bäcker!“ 😋

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  4. Das Brot tönt sehr lecker. Möchte es am Wochenende unbedingt ausprobieren.
    Kann ich auch Trockenhefe nehmen? Und wenn ja, wie viel?
    Vielen lieben Dank für deine Antwort.

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    • Liebe Ulrike

      Entschuldige bitte meine späte Antwort – jetzt ist das Wochenende fast wieder vorüber. Ich arbeite nie mit Trockenhefe, würde aber zum Anfangen Mal mit 1.25 TL beginnen, so rein aus dem Bauch raus. Gutes Gelingen!

      Herzlich
      Patricia

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  5. Dein Brotrezept ist wirklich der Hammer! Danke vielmals!!!
    Wie du schreibst, ist der Clou der ganzen Sache die knusprige Kruste. Es hat mich sofort in meine pariser Zeit zurück geworfen. Dort gibts für die besten Bäcker die Auszeichnung « meilleur ouvrier de France », das hättest du auch verdient!
    Das mit der Kruste hat übrigens auch bei mir geklappt, obwohl ich nur einen alten, nicht sehr guten Gasofen habe. Musste einfach die Backzeit verlängern.

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    • Liebe Nadia

      Ganz herzlichen Dank für deine lieben Worte, ich habe mich sehr darüber gefreut! Und deine virtuelle Auszeichnung zum „meilleur ouvrier de France“ hat mir den Tag versüsst – merci beaucoup! Alles, was einem an Frankreich erinnert, muss ganz dringend beibehalten werden. Ich denke nun an deine Worte, wenn ich das Topfbrot backe =)

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  6. Das Brot sieht fantastisch aus! Ich möchte es gerne nachbacken und würde gerne wissen, welche Größe (Innendurchmesser) dein Topf hat? Liebe Grüße 🙂

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    • Liebe Daniela

      Mein Topf hat einen Durchmesser on 28cm – meiner Meinung nach sollte aber auch ein Topf mit 22cm gut reichen. Ich habe die Info direkt noch im Blog-Post ergänzt. Viel Spass beim Nachbacken, herzlich Patricia

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